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Klangfarben der Orgel

 

Pfeifenprospekt der Rühlmann-Orgel

Die Rühlmann-Orgel Opus 201 aus dem Jahr 1898 ist ein tief romantisches Werk mit orchestralem Klang und dynamischen Möglichkeiten von pianissimo (sehr leise) bis fortissimo (sehr laut).

Grundsätzlich unterscheiden sich die Tonhöhen der einzelnen Register durch den angegebenen Zahlenwert, der die Länge der tiefsten Pfeife beschreibt. Es handelt sich dabei um die Maßeinheit "Fuß"; abgekürzt mit dem '-Zeichen hinter der Zahl. Kurz: Je kleiner die Zahl ist, desto höher ist der Ton.

Manual I | Manual II | Pedal

 

Manual I

Hohlflöte 8'
Ein sehr eleganter, farbiger Klang. Rühlmann sah für dieses Register vor: "volle runde Intonation".

Gambe 8'
Eigentlich "Viola da gamba"; eine schneidende Streichstimme. Rühlmann schrieb: sie "erhält streichenden aber satten Ton". Die Gambe klingt feiner, zerbrechlicher und farbiger als der Prinzipal. Sie belebt vor allem bei ruhigerer Musik den Klang der Orgel.

Principal 8': die "Ersten" der Orgel
Sie sind im wahrsten Sinne das klingende Hauptwerk der Orgel, da sie als erstes intoniert und alle anderen Register auf sie abgestimmt werden. Rühlmann beschrieb sie so: "volle kräftige Intonation". Sie geben damit im Werk den Ton an. Einige der Principal-Pfeifen stehen sichtbar im Orgelprospekt.

Rohrflöte 4'
Eine spitz zulaufende Flöte, die im Baßbereich gut erkennbar ist und in der Höhe füllig klingt. Ihr Einbau war im ersten Angebot von Rühlmann am 10. Dezember 1896 noch nicht vorgesehen.

Bordun 16': die Sanften
Sie haben oben einen Deckel, was ihren Klang so sanft macht. Rühlmann beschrieb sie so: "volle runde Intonation". Sie eignen sich besonders für die Begleitung von Gesang und Soloinstrumenten.

Octave 4'
Dieses Register ist eine zentrale Klangfarbe der Orgel nach dem Principal. Sie verleiht dem Klang zusätzliche Fülle und Kraft, was Rühlmann auch vorsah: "volle kräftige Intonation". Einige der Octave-Pfeifen stehen sichtbar im Orgelprospekt.

Mixtur 3fach: die Strahlenden
Leuchtend bilden sie eine Klangkrone und geben der Orgel die strahlende Fülle. Beim spielen einer Taste werden gleichzeitig drei Pfeifen angesprochen. Als bauliche Besonderheit gestaltete Rühlmann die Mixtur-Pfeifen in Überlänge. Auf diese Weise wird das Klingen des Grundtones erzwungen, um die Töne nicht zu schrill werden zu lassen.

 

Manual II

lieblich Gedackt 8'
Eine weiche, runde Klangfarbe, die in der Höhe aufblüht.

Flauto trav. 8'
Ein leichter, der Querflöte nachempfundener Klang. Rühlmann beschrieb ihn als "frischer kerniger Flötenton".

Salicional 8'
Eine leise und zarte Klangfarbe, die mystisch oder leicht betrübt klingt. Sie hat einen streicherartigen Klang: in tiefer Lage einem Cello und in der Höhe einer Violine vergleichbar. Rühlmann schrieb: "feine streichende Intonation".

Geigenprinzipal 8'
Ein sehr warmer, schwebender Klang, der äußerst harmonisch und in sich geschlossen ist. Rühlmann wollte für sie einen "etwas streichenden dabei aber vollen Ton".

Flauto amabile 4'
Ital. "Dolzflöte", ein heller und klarer Klang mit einem fröhlichen und verspielten Ausdruck; vergleichbar einer Piccoloflöte. Rühlmann schrieb: "voller frischer Flötenton in der Höhe nicht so scharf".

 

Pedal

Subbass 16': die Riesen
Sie sind die größten Pfeifen im Werk und geben als "Fundament" der Musik die wahrhaftig tiefe Stütze und körperlich spürbare Fülle, wenn der Orgelklang durch den ganzen Körper fährt. So wollte sie auch Rühlmann, als er schrieb: "volle runde Intonation".

Gedackt Bass 8'
Sie haben ebenfalls oben einen Deckel, der ihrer Kraft die nötige Wärme gibt. Rühlmann sah vor, sie "als sanfte Begleitstimme zu intonieren".

Der Principalbass 8': der "Turbo" der Pedaltöne
Sie klingen rund und kraftvoll. Rühlmann beschrieb ihren Klang mit: "kräftig streichende Intonation". Hierdurch geben sie dem Bass zusätzliche Dynamik.

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