Es soll nicht durch Heer oder Kaft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth. (Sacharja 4,6b)

   

Buß- und Bettag

 

Osternacht

Auferstandener Christus

 

Thema des Buß- und Bettages ist der „Ruf zur Umkehr“. Das Wort „Buße“ hat oft den negativen Klang einer Strafe oder wird mit einer zu erbringenden Leistung verbunden. Leicht wird der positive Aspekt übersehen: Buße hat mit Reflexion, Selbstkritik und mit der Verantwortung des eigenen Handelns vor Gott zu tun. Gottes Antwort ist die Vergebung.

Allein in Sachsen ist der Buß- und Bettag staatlicher Feiertag. Immer stärker verschwand der Buß- und Bettag aus dem öffentlichen Bewusstsein, aber er ist als kirchlicher Feiertag erhalten geblieben. Als Termin für einen einheitlichen Tag für die gesamte evangelische Kirche wurde im 19. Jahrhundert nach jahrelangen Bemühungen der Mittwoch vor dem Totensonntag als Buß- und Bettag festgelegt. Als Bußtag trägt er violett als liturgische Farbe; ebenso wie die Fasten- und die Adventszeit.

Plötzlich und unerwartet verlieren Menschen ihr Leben. Oftmals passiert das den Menschen auch als Opfer eines Unfalls. Es stellt sich die Frage: Warum gerade sie? Ist es Schicksal oder vielleicht Strafe Gottes für Sünden? Jesus verwahrt sich gegen diese einfache Erklärung. Er macht deutlich, dass Tragödien oder Katastrophen kein göttliches Strafgericht sind. Im Blick auf die Geschichte der Bußtage ist das ein wichtiger Hinweis.

Jesus warnt aber zugleich vor einem falschen Gefühl von Sicherheit, als seien Bewahrung und Wohlergehen im Leben gleichzusetzen mit dem Segen Gottes. Darum ist Buße eine notwendige Haltung des Menschen in seiner Beziehung zu Gott: „Wenn ihr nicht Buße tut …“ (Lukas 13, 5; heutiges Evangelium Lukas 13, 1-9). Das klingt wie eine Drohung, die im anschließenden Gleichnis vom Feigenbaum fortgesetzt wird. Weil der Feigenbaum drei Jahre keine Frucht gebracht hat, fordert der Eigentümer: „So hau ihn ab!“. Jesu Gleichnis aber geht einen entscheidenden Schritt weiter: Der Weingärtner legt Fürsprache für den dürren Baum ein und verschafft ihm eine letzte Chance, doch noch Frucht zu bringen. Diese Chance muss er nun auch nutzen. „Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?“, fragt Paulus in der heutigen Epistel (Römer 2, 4; heutige Epistel Römer 2, 1-11). Die Umkehr und das Bekenntnis unserer Sünden geben Gott die Möglichkeit, uns zu vergeben und seine Gnade an uns wirken zu lassen.

Die Kombination der heutigen Texte (Psalm 130; Jesaja 1, 10-18; Epistel; Evangelium) zeigen uns sehr deutlich: Wir sollten viel öfter die Bibel selbst reden lassen, anstatt nur über sie zu reden, und die dabei gewonnene Erkenntnis als Anlass zur Umkehr nutzen.

Deshalb falten wir an diesem Tag die Hände und beten: Ewiger Gott und Herr, Du hast uns zugesagt, uns nicht zu verstoßen, sondern unsere Sünden zu vergeben. Wir bitten Dich: Stärke in uns das Vertrauen auf Deine Barmherzigkeit, dass wir umkehren zu Dir und auf dem Weg Deiner Gebote gehen. Darum bitten wir Dich im Namen unseres Herrn Jesus Christus, Deinen Sohn, der mit Dir in der Einheit des Heiligen Geistes lebt und regiert in Zeit und Ewigkeit.