Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. (5, 8b.9)

   

Tag der Geburt Johannes des Täufers

 

 

Am 24. Juni feiern wir die Geburt des Heiligen Johannes des Täufers (Hochfest der Heiligen; liturgische Farbe ist weiß).

Der Anlass des Festes fällt mit Blick in den liturgischen Kalender aus der Reihe: Normalerweise feiert die Kirche nicht Geburtstage, sondern die Todestage der Heiligen. Das hat den Hintergrund, dass mit dem Todestag die Geburt für den Himmel gefeiert wird. Dies begründet sich mit dem Sündenfall, denn aufgrund der Erbsünde tritt der Mensch getrübt in diese Welt.

Nur zwei Personen bilden hier eine Ausnahme und sind ungetrübt geboren worden und deren Geburtstage feiert die Kirche: Die Geburt unseres HERRN (25. Dezember) war heilig aufgrund der göttlichen Natur; die Geburt Johannes des Täufers war heilig, weil in Erfüllung ging, was der Engel Gabriel dem Zacharias – dem Mann der Elisabeth – verheißen hatte. So steht geschrieben über Johannes (Lukas 1, 15): Er wird schon von Mutterleib an erfüllt werden mit dem Heiligen Geist.

Dies geschah, als die Gottesmutter Maria auf den Hinweis des Engels hin (Lukas 1, 36), das göttliche Kind unter ihrem Herzen tragend, zu Elisabeth eilte. Als Elisabeth den Gruß Marias hörte, erfüllte der Heilige Geist die Elisabeth mit samt ihrem Kind. Und der kleine Johannes hüpfte vor Freude in ihrem Leib (Lukas 1, 44).

Aber auch eine weitere Sache verbindet Jesus und Johannes. Wir feiern sechse Monate vor Weihnachten das Geburtsfest des Johannes. Ein halbes Jahr älter als Jesus soll er gewesen sein. Damit kommen den Geburtsdaten auch symbolischen mit Bedeutung der Sommer- und Wintersonnenwende zusammen, an denen die Tage wieder kürzer bzw. länger werden. So sagte Johannes der Täufer über sein Verhältnis zu Jesus: Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen (Johannes 3, 30; der heutige Tagesspruch). Johannes verstand sich ganz im Dienst als Jesu Vorläufer.

Der Festtag steht deshalb unter dem Motto: „Der Vorläufer des HERRN“ und knüpft an Lukas (1, 76): Und du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest.

Johannes war jemand, der den Mund aufgemacht hat; und zwar nicht nur den eigenen. Diese Aussage versteht sich aus der Verkündigung des Engels an Zacharias. Seine Frau Elisabeth war seit jeher unfruchtbar und beide waren im fortgeschrittenen Alter, eine Hoffnung auf Kinder also ausgeschlossen. Daher konnte Zacharias der Botschaft des Engels nicht abgewinnen. Aufgrund dieses Unglaubens strafte ihn der Engel mit Stummheit.

Elisabeth ward schwanger und gebar neun Monate später einen Sohn, dessen Name von Gott vorbestimmt war (Lukas 1, 13): Johannes. Dieser Name war Programm: Gott ist gnädig!
Diese Erfahrung bestätigte Elisabeth in ihrer Schwangerschaft und in dem Moment, als Zacharias den Namen seinen Sohnes der Verwandtschaft schriftlich bestätigte, löste sich sein Mund, er konnte wieder sprechen und stimmte den großen Gesang des Benedictus an.

Etwa dreißig Jahre später öffnete Johannes wieder – diesmal wortgewaltig als Prediger am Jordan – den Mund. Er verkündete Umkehr und die Taufe zur Vergebung der Sünden. Was er sagte, war nicht nur dahingesagt, seine Worte hatten Gewicht. Sie waren eine Kampfansage.

Er machte den Mund auf im Bekenntnis für den, dem er vorausging, denn Schuhriemen zu lösen er sich nicht für wert empfang. Jesus selbst spendete dem Täufer das denkbar höchste Lob, indem er sprach: Wahrlich, ich sage euch: Unter allen, die von einer Frau geboren sind, ist keiner aufgetreten, der größer ist als Johannes der Täufer (Matthäus 11, 11).

Johannes schwieg auch nicht, wenn es politisch opportun gewesen wäre, er mischte sich ein. Die Umkehr, die er predigte, betraf auch die Herrschenden, die solche Worte nicht gern hörten. Und das kostete ihn letztendlich im wörtlichen Sinn den Kopf.

Johannes macht den Mund auch lange nach seinem gewaltsamen Tod noch auf: er galt als Patron der Sänger und Kirchenmusiker, hatte er doch seinen Vater einst zum Singen gebracht. Inzwischen hat die Heilige Cäciclia dieses Patronat übernommen.

Johannes war der Vorläufer, sodass der wahre Messias wachsen konnte. Im Dienst Jesu Christi stehen auch wir. Machen auch wir uns klein, damit er in uns wachsen kann.

So kann Johannes auch uns noch lehren, den Mund aufzumachen, wenn es darum geht, für die Wahrheit des Evangeliums einzustehen, wenn es gilt wider Zeitgeist, Mode und Bequemlichkeit aufzustehen und Dinge beim Namen zu nennen. Und auch nicht nur Umkehr zu fordern, sondern sie selbst auch  zu praktizieren – Johannes war keiner von denen, die Wasser fordern und heimlich Wein trinken. Und schließlich kann er uns ein Beispiel sein, den Mund aufzumachen, wenn es geboten ist, für Christus Zeugnis abzulegen, sich zu ihm als dem Sohn Gottes zu bekennen.

Johannes machte den Mund auf – er öffne auch unseren Mund zur Verkündigung der frohen Botschaft, zum Lobpreis des Herrn und Gottes Israels und zum Bekenntnis: Gott ist gnädig!

 

Bauernregeln

An Sankt Johanni Abend, senk die Zwiebel in ein kühles Beet.

Bringt Johanni Sommerhitze, ist es Korn und Runkeln nütze.