Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich. (Lukas 10, 16a)

   

Gedenktag des Evangelisten Markus

 

 

Am Tag des Evangelisten Markus haben die Antependien die Farbe Rot. Rot als Farbe des Feuers, der Liebe, des Blutes und des Heiligen Geistes. Verwendet zu Pfingsten, Konfirmation und Jubelkonfirmation, aber auch zum Kirchweihfest und am Reformationstag; also dort wo gefeiert wird, ebenso an Märtyrer- und Heiligenfesten. Der 25. April – der Gedenktag des Heiligen Markus – ist also ein Tag zum Feiern.

Johannes Markus – so sein vollständiger Name – war aus Jerusalem. Seiner Mutter gehörte jenes Haus, in dem das letzte Abendmahl stattfand und das zum Zentrum der Jerusalemer Urgemeinde wurde (Apostelgeschichte 12, 12). Vermutlich war er der junge Mann, der Jesus am Gründonnerstag in den Ölgarten folgte und dort Zeuge seiner Verhaftung wurde (Markus 14, 51). Markus schloss sich dem heiligen Petrus an, der ihn seinen Sohn nennt (1. Petrus 5, 13). Während dessen Gefangenschaft war Markus bei ihm und verfasste dort sein Evangelium. Der Überlieferung gemäß begründete er in Alexandrien die Koptische Kirche und starb dort um das Jahr 67 als Märtyrer. Im Jahr 828 entführten Kaufleute seine Gebeine nach Venedig, wo sie seither im Markusdom ruhen.

Wenn Markus nun der junge Mann war, der die Ergreifung Jesu sah und floh, darf die Frage gestellt werden: Kann jemand, der so feige war, noch glaubwürdig sein als Zeuge für Jesus? In der Heiligen Schrift ist immer wieder die Rede von schwachen Menschen: Abraham und David ebenso wie Petrus und Markus. Das zeigt schon, dass Gott keine vollkommenen Menschen sucht, er sucht Menschen, die zu ihren Schwächen stehen.

Dennoch ist das Symbol des Evangelisten Markus der Löwe, mit dem er in der Kunst auf Bildern oder als Skulptur dargestellt wird. Markus war Dolmetscher und Sekretär des Petrus. Da ist es nicht verwunderlich, dass er Patron der Schreiber und Notare ist. Er ist aber auch Patron der Maurer und Bauarbeiter. Kommt dies von seiner Vorliebe für Häuser, die sich im Evangelium zeigt, oder zeigt es vielmehr das Ziel seines Wirkens … auf- und erbauen zu wollen? Will er ein Fenster und damit den Blick auf Jesus und dessen Weg ans Kreuz öffnen, will er Einblicke und Durchblicke schaffen?

In seinem Geburtshaus, in dem auch Maria entschlafen ist, versammelte sich die Urgemeinde. Somit steht Markus in Verbindung mit dem Anfang der Christenheit und der Kirche. Zunächst war es eine Gemeinschaft hinter ängstlich zugehaltenen Türen. Dann kam es zum Aufbruch dieser Minderheit aus dem Schattendasein.

Wie Jesus Christus ist auch die junge Kirche, für die Markus steht, im Kampf gegen die Mächte des Bösen, die Mächte der Depression und Resignation. Wie Jesus soll auch die junge Kirche diese Dämonen mit ungeahnter Kraft besiegen. Trägt Markus das Symbol des Löwen also doch zurecht?

Markus schreibt zu Beginn seines Evangeliums (Kapitel 1, 15) die Worte Jesu: „Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“. Diese Worte sind ebenso kennzeichnen für das Wirken des Markus‘. Er wusste, was die Stunde geschlagen hatte, aber ohne sich selbst dabei selbst hervorzuheben. Er war jemand, der aus der zweiten Reihe wirkte; sozusagen ein Heiliger unserer Tage.

Vielleicht braucht es gerade heute diejenigen, die als Dolmetscher und Helfer im Hintergrund bleiben, von dort aber mit unerhörter Kraft wirken und sich nicht verdrängen lassen.

 

Bauernregeln

Ist's jetzt um den Markus warm, friert man drauf bis in den Darm.

 

Patron

der Schreiber, Notare, Maurer, Bauarbeiter, Glaser und Korbmacher