Es soll nicht durch Heer oder Kaft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth. (Sacharja 4,6b)

   

Allerheiligen

 

Gründonnerstag

Letzes Abendmahl

Papst Bonifatius IV. (608-615) erhielt im vom byzantinischen Kaiser Phokas die Erlaubnis, den im Jahr 27 vor Christus vollendeten römischen Tempel – das Pantheon – als christliche Kirche zu nutzen. Bonifatius ließ daraufhin eine große Zahl von Märtyrerreliquien aus den Katakomben unter den Altären im Pantheon bestatten und weihte das Gotteshaus am 13. Mai 609 zu Ehren der Himmelkönigin und aller Blutzeugen (Sancta Maria ad Martyres). Das jährliche Gedächtnis dieser Weihe wurde zunächst am Freitag nach Ostern begangen und später von Papst Gregor III. (731-741) auf den 1. November verlegt. Im Jahr 835 hat Papst Gregor IV. (827-844) das Fest Allerheiligen auf die ganze Kirche ausgedehnt. Auch die evangelische Kirche feiert dieses Fest.

Das Festgeheimnis öffnet den Blick auf die Gemeinschaft der Heiligen, welche aus der streitenden Kirche auf Erden und der triumphierenden Kirche im Himmel besteht. Die Kirche ehrt zwar das ganze Jahr hindurch viele herausragende Heilige durch eigene Feste, heute aber gedenkt sie der ganzen hehren Schar, die niemand zu zählen vermag, wie die heutige Epistel (Offenbarung 7, 9-12) schreibt. Sie gedenkt heute insbesondere jener, deren Namen niemand kennt als Gott allein.

Dabei soll allen Kindern der Kirche bewusst werden, dass jeder Christ zur Heiligkeit berufen und befähigt ist. In manchen Kirchen finden wir bunte Glasfenster, auf denen Heilige dargestellt sind. Leuchtet die Sonne durch ein solches Fenster, erscheinen sie in strahlendem Licht. – Das sind Heilige: Menschen, durch die die Sonne Gottes scheint. Ihr Leuchten lässt etwas von der wunderbaren Herrlichkeit Gottes erahnen, die Leben, Freude und Liebe verheißt. All die ungezählten, die namhaften und namenlosen Heiligen, die unsere Welt farbig und hell gemacht haben, feiern wir heute. Doch auch in jedem und in jeder von uns schlummert ein solcher Heiliger. Wir brauchen ihn nur zu wecken, dann scheint auch durch uns die Sonne der Liebe Gottes, die das Dunkel vertreibt und Licht in die Orientierungslosigkeit unserer Tage bringt.

Gott hat uns die Heiligen geschenkt. Mit ihnen rufen wir in Anlehnung an das heutige Evangelium (Matthäus 5, 1-10) unsere Anliegen zum Herrn:

Selig, die arm sind vor Gott. – Herr, wir bitten dich für alle, die um deines Evangeliums willen auf Ruhm und Ansehen verzichten, die sich klein machen, um deine Größe zu zeigen, und rufen mit dem heiligen Franziskus: Herr, erbarme dich.

Selig, die traurig sind. – Herr, wir bitten dich für alle, die trauern, die verzweifelt und ohne Hoffnung sind, deren Tränen nicht trocknen, und rufen mit dem heiligen Nikolaus und der heiligen Monika: Herr, erbarme dich.

Selig, die Frieden stiften. – Herr, wir bitten dich für alle, die sich einsetzen für den Frieden in der Welt, die nicht aufhören, gegen Unrecht und Unterdrückung zu demonstrieren, und rufen mit dem heiligen Nikolaus von Flüe und der heiligen Katharina von Siena: Herr, erbarme dich.

Selig, die barmherzig sind. – Herr, wir bitten dich für alle, die seelische und körperliche Not leiden, und für all jene, die dir in den Leidenden, Kranken und Armen dienen, und rufen mit der heiligen Elisabeth und dem heiligen Martin: Herr, erbarme dich.

Selig, die um meinetwillen verfolgt werden. – Herr, wir bitten dich für alle, die wegen ihres Glaubens, aber auch wegen ihrer Hautfarbe oder Herkunft verlacht und verfolgt werden, und rufen mit dem heiligen Stephanus: Herr, erbarme dich.

Gott, du bist groß und thronst im Lob deiner Heiligen. Wir danken dir für das Zeugnis so vieler Menschen – heute und alle Tage.